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Zuletzt aktualisiert am 19. August 2011


DER BEGEHBARE FAUST - GEMALT UND HANDGESÄGT
Große Ausstellung in der Alten Reichsvogtei
22. September - 16. Oktober 2011

In 250 Bildtafeln hat Es-So, wie sich der iranischstämmige Nürnberger Künstler Esmail Sohrabi nennt, Goethes Faust illustriert. Die Holztafeln stellen Szenen aus der Tragödie in Acrylmalerei dar, ergänzt um Texte, deren Buchstaben einzeln per Laubsäge (!) ausgeschnitten wurden, überwiegend auf deutsch, zum Teil sogar in iranischer Kalligraphie.
Es-So nennt seine Kunstrichtung "Khatashi". Dieser Begriff setzt sich aus zwei persischen Wörtern zusammen, nämlich Khatati (=Kalligrafie) und Naghashi (=Malerei) und bedeutet somit Kalligrafie- oder Schriftmalerei. Die Verbindung von Schrift und Bild sowie von persischer und europäischer Kunst macht den besonderen Reiz dieses monumentalen Werks aus, das nun erstmals in vollem Umfang in Schweinfurt ausgestellt wird. Eine einzigartige Synthese aus abendländischer Klassik und „morgenländischer“ Bearbeitung.
In zwei Stockwerken der Alten Reichsvogtei ist der Faust-Zyklus in seiner Gesamtheit zu sehen. Drei Begleitveranstaltungen vom bekannten Rezitator Hans Driesel zum Thema „Goethes Faust“ ergänzen die Ausstellung.
Zur Eröffnung am 22. September hält die Erlanger Kunsthistorikerin Ulrike Götz M.A. (Galerie arsprototo) eine Einführung in den Faust-Zyklus. Der KulturPackt lädt herzlich dazu ein.
Die Durchführung der Ausstellung ist nur möglich mit Unterstützung durch die Kulturstiftung Schweinfurt, der Rückert-Gesellschaft und der Galerie arsprototo, Erlangen. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten:
Mi. – Fr. 16.00 – 19.00 Uhr
Sa., So. und Feiertag (Mo, 3.10.) 13.00 – 19.00 Uhr


Als Begleitveranstaltungen gibt es eine "Faust-Trilogie", inszeniert von Hans Driesel:

Samstag, 24. September 2011, 00.15 Uhr, Alte Reichsvogtei:
„Mitternachtsfaust“
Goethes großes Weltgedicht als kleines Betthupferl

Einschlafen wird gewiss niemand, wenn Hans Driesel in großen Schritten und mit rhetorischer Lebendigkeit durch der Tragödie (oder Komödie?) erster Teil führt. Lesung und freie Rezitation wechseln in bunter Folge, ergänzt durch augen-zwinkernde Kommentare. David Reß umrahmt mit Weisen aus der Faustoper „Margarete“. - Der „Mitternachtsfaust“ soll Appetit machen auf die folgenden Veranstaltungen im Rahmen der laufenden Ausstellung.

Montag, 3. Oktober 2011, 19.30 Uhr, Alte Reichsvogtei:
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle
Faust 1 - gesprochen, gesungen und rezitiert

Das Faust-Thema hat von jeher die Menschen bewegt. Und es hat Künstler inspiriert: Maler, Bildhauer und Komponisten. Faust, eine feste Größe im Sprech- und im Musiktheater.
Hans Driesel führt durch den ersten Teil der Tragödie, schildert Hintergründe und Zusammenhänge und rezitiert frei aus den großen Szenen. Anja Gutgesell ergänzt mit zauberhaften Arien aus der Faust-Oper „Margarete“ von Charles Gounod. Am Piano begleitet David Reß.

Sonntag, 16. Oktober 2011, 11.00 Uhr, Matinee / Alte Reichsvogtei:
Vom kleinen und vom großen Gott der Welt
Faust 1 + 2 - Versuch eines Resümees.
Mit Hans Driesel und David Reß (Piano)

Während Faust 1 im Bewusstsein der ganzen Welt ist, kann man das vom zweiten Teil nicht so sagen. Zu weitgespannt sind Dramaturgie und Texte. Der Erlösungsgedanke wird zunächst aufgegeben. Faust und der Nihilist Mephisto durchwandern die große Welt und die Zeiten. Macht und Machtmissbrauch, Wirken und Versagen sind beherrschende Themen. Kein Wunder, dass Faust 2 auch als politisches Werk verstanden und sowohl von Rechts- wie von Linksideologen vereinnahmt wurde.





Faust
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Hans Driesel
Hans Driesel