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NACHT DER KULTUR 2002
59 Künstler und Gruppen an 19 Kultur-Orten
Samstag, 28. September 2002

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Etwas kleiner sollte die große Kulturnacht heuer werden - so war es eigentlich gedacht. Zwar wurden die beteiligten Kultur-Orte und Einrichtungen von 21 auf 19 reduziert, doch die Zahl der teilnehmenden Künstler und Gruppen stieg sogar auf knapp 60 an. Schon wieder "die größte Kulturnacht aller Zeiten"!

Insgesamt war die 6. Nacht der Kultur ein großartiger Erfolg. Organisatorisch lief fast alles glatt, das Angebot war riesig, aber auch künstlerisch hochwertig; das Wetter spielte mit und das durch Schweinfurt streifende Kulturpublikum war begeistert. Und teilweise überfordert: so viel Auswahl an Musik, Tanz, Lesungen, Ausstellungen, Kabarett, Film und Theater war an diesem langen Abend geboten!

Begonnen wurde die Kulturnacht um 19 Uhr in der Rathausdiele mit "Nachtklang" von Stefan Johannes Walter, einem eigens komponierten modern-klassischen Werk. Anklänge an nachtaktive Insekten waren darin nur angedeutet, im Gegensatz zum Marktplatz, auf dem penetrantes Grillenzirpen die Luft erfüllte - eine Verbindung zum nachsommer schweinfurt, dem "Festival mit der Grille". Während drinnen im Rathaus dann das Fagottensemble "Windessenz" sein Jubiläumskonzert gab, stieg draußen am Rathaus OUTLOUD auf´s Gerüst und trommelte los; auf Fässer, Schilder, Eisenteile.

Stand man um 21 Uhr wieder am Marktplatz, hatte man plötzlich einen ungewohnten Stereo-Effekt: Trompetenklänge erschollen von der Johanniskirche, die vom Rathausbalkon beantwortet wurden. Erstaunlich, wie gut das funktionierte. An den anderen 18 Kultur-Orten in der Stadt fand derweil überall gleichzeitig unterschiedlichstes Programm statt: Volksmusik im Zeughaus, Ballett im Schülercafé Theorema und im Brauhauskeller, die Popband snooze in der Galerie Alte Reichsvogtei, Schlagzeug mit Yogo Pausch in der Stadtbücherei, Kabarett in der Musikschule oder christliche Musik im Punkertreff Stattbahnhof - ganz wie es das Motto "Schweinfurt ver-rückt" verlangte.

Im großen roten "Kultur-Bus", der seine Runden vom Zeughaus zur Bibliothek Otto Schäfer drehte, heizte der Gitarrist Monkeyman den Mitfahrern ein, während am Schrotturm Lichterketten blinkten und zu jeder halben Stunde die Fenster aufgingen und "Achtung!" gerufen wurde. In der Salvatorkirche ergänzten sich Didgeridoo-Klänge hervorragend mit Peter Hubs "Dunklen Balladen", bevor dort die Jongleure von Firlefanz eine beeindruckende Schwarzlicht-Show aufführten.

Und noch viel mehr gab es natürlich in Museen, Ateliers, Musikclubs und Kultureinrichtungen zu sehen, das man hier alles gar nicht aufzählen kann. Kurz vor Mitternacht trafen sich Hunderte noch einmal am Marktplatz, um das spektakuläre Abschlußfeuerwerk (und Meister Hartlings Bratwürste und "Nüßli") nicht zu verpassen, bevor die Nachtschwärmer bei AHIMSA im Brauhauskeller, "max.radio" in der Disharmonie oder beim "Duo Sehnsucht" in Petra Blumes Atelier bis 2 Uhr nachts weitermachten.

Trotz des großen Andrangs und der Begeisterung überall waren wir doch enttäuscht, daß entgegen des vollen Eindrucks nur 1250 zahlende Besucher gekommen waren, etwa 80 weniger als im letzten Jahr. Schade, denn ein so abwechslungsreiches und "ver-rücktes" Kulturprogramm für nur 8 Euro findet man sonst nirgends. Alle, die nicht da waren, haben viel verpaßt!


Es gibt auch eine kleine Bildergalerie!