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Stand: 27.April 2009
4.KULTURFORUM: ZEUGHAUS
KONZEPTION DES AUSSTELLUNGSPROJEKTS:
Schwarze Kunst und neue Medien
Das Thema des "4. Kulturforum: Zeughaus" ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema "Schwarze Kunst
und neue Medien",
d.h. Druckkunst, Zeitung und Inormationsverbreitung im Wandel der Zeit: von der gegossenen Bleiletter als materiell erlebbarem Medium
zum immateriellen Charakter digitaler Botschaften.
Seit der Erfindung des Buchdruckes, der sog. "Schwarzen Kunst" existiert die Möglichkeit, Informationen und
Meinungen als Zeichen auf Papier oder vergleichbarem Material zu vervielfältigen und weiterzureichen.
Im 19. Jahrhundert kamen die Fotografie und die Telegrafie hinzu. Audiovisuelle Medien wie Radio, Fernsehen und die
digitale Welt des Internets verbreiten und erzeugen heute Informationen in Windeseile, mit einer Geschwindigkeit,
in der sich diese wiederum in kürzester Zeit selbst überholen und auch in Frage stellen.
Das Zeughaus in Schweinfurt beherbergte seit 1950 das "Schweinfurter Tagblatt" als Teil der Mediengruppe "Main-Post" in Würzburg.
Blieb das historische Äußere des imposanten Gebäudesr (erbaut 1589) weitestgehend erhalten,
so war die Raumatmosphäre im Inneren geprägt von Redaktionsbüros und Arbeitsplätzen vieler Beschäftigter.
Gedruckt wird im Haus selbst seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.
Die Ausstellungsfläche wird sich auf das erste und zweite Stockwerk erstrecken, im Erdgeschoss ist ein
Veranstaltungssaal und ein Café geplant sowie eine historische Druckwerkstatt als Aktionsort.
Aus insgesamt 66 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet wurden 16 Künstlerinnen/Künstler ausgewählt.
Die Bandbreite reicht von klassischer Malerei über Videoarbeiten bis konzeptueller Kunst.
Zu den teilnehmenden Künstlern
Lageplan der Künstler (Grundrisse):
Erdgeschoss
1. Stock
2. Stock

Zur Geschichte des Zeughauses
Das Schweinfurter Zeughaus wurde in der wirtschaftlichen Blütezeit Ende des 16. Jahrhunderts nach dem so genannten
zweiten Stadtverderben von 1554 als Renaissancebau errichtet. Es steht auf dem Platz der einstigen Rossmühle.
Zwei Jahre dauerte die Bauzeit (1589/1590) für das als reichsstädtisches Waffenarsenal geplante Gebäude.
Seiner Bestimmung gemäß diente der Bau ab 1591 dann auch tatsächlich als Aufbewahrungsort für die Geschütze der Stadt und
als Munitionslager.
Die Kanonenkugeln am Westgiebel erinnern zwar an die Auseinandersetzung der Reichsstadt mit den Schweden 1647, sie wurden
allerdings nachträglich eingemauert. In den Jahren dazwischen gibt es kaum Informationen über die Nutzung. Bekannt ist, dass es
Anfang des 19. Jahrhunderts auch Kaserne war. Später gelangte es in den Besitz der Industriellenfamilie Wilhelm Sattler, der
1827 die beiden Vorbauten und einen 1938 wieder entfernten Kamin errichten ließ. Das giftige Schweinfurter Grün wurde aber
im Zeughaus glücklicherweise nicht produziert.
Vor dem Zeughaus war ein Saumarkt, von dem im Morgen das Vieh durch die angrenzende Bauerngasse zu den Weidenplätzen
außerhalb der Stadtmauer getrieben wurde. 1861 verboten die Stadtväter das Austreiben der Viehherde durch Schweinfurts Gassen.
Am Treppenturm prangt bis heute der kaiserliche Doppeladler mit dem Wappen von Rudolf II. (1567-1612), der zur Bauzeit Kaiser war.
An Wilhelm Sattler erinnern die Initialen im West-Anbau. Neben dieser Funktion als Nutzbau hatte das Schweinfurter Zeughaus
in seiner prachtvollen Optik auch repräsentativen Charakter für die Freie Reichstadt. Vor allem aber ist es der Schweinfurter
Bevölkerung als Sitz der Zeitung im Bewusstsein.
Im Jahr 1935 erwarb der damalige Verleger des Schweinfurter Tagblatts, Hans Helferich, das Zeughaus von der Firma Sattler.
Nach dem Auszug zahlreicher Mieter (Händler und Handwerker) im Jahr 1938 begann der Ausbau zum Zeitungshaus.
Im Frühjahr 2009 wird die Mediengruppe Main-Post ihre Räume im Zeughaus verlassen und ihr neues Domizil in der Schultesstraße beziehen.
Nach dem Umzug des Schweinfurter Tagblatts und der Volkszeitung soll das Zeughaus Bürgerhaus und Mittelpunkt
einer völlig neu konzipierten Umgebung in diesem historischen Teil des alten Schweinfurt werden.
DIE AUSSTELLENDEN KÜNSTLERINNEN/KÜNSTLER:
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Markus Berkmann |
München |
Aquatinta-Drucke |
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Johannes Busdiecker |
Osnabrück |
Rauminstallation |
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Petra Ehrnsperger |
Mainz |
Bilder, Collagen, Objekte |
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Jeanette Fabis |
Hamburg |
Videoinstallation |
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Albrecht Fersch |
Berlin |
Raumobjekt |
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Matthias Geitel |
Berlin |
Collage aus Druckplatten |
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Aline Helmcke |
Berlin |
Zeichnungen & Film |
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Renate Jung |
Würzburg |
Malerei |
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Corinna Krebber |
Frankfurt |
Raumobjekte |
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Malte Lück |
Köln |
"Druck nehmen" |
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Roswitha Josefine Pape |
Heidelberg |
Holzschnitte |
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Ingeborg Schmidthüsen |
Moers |
Zeitungsobjekte |
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Jutta Schmitt |
Würzburg |
Raumobjekt |
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Detlef Schweiger |
Dresden |
Videoinstallation |
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Elisab. Tgahrt-Philipp |
Schweinfurt |
Keramik-Collage |
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Benjamin Zuber |
Fürth |
Videoinstallation |
Mehr zu den Arbeiten demnächst hier.
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